[content_box style=“grey“ title=“Interview „] Liebe Leser, heute möchte ich Sie auf ein Interview hinweisen, welches Christian Ermlich mit mir geführt hat. Ich muss sagen, es war ein sehr interessantes Gespräch. Sie können sich dieses Video hier in voller Länge anhören. Oder Sie lesen einfach weiter….. [/content_box]

 

Christian Ermlich:

Hallo, ich bin Christian Ermlich von Abnehmen im Schlaftipps und heute unterhalte ich mich mit Frau Birgit Henke. Sie ist Autorin des Buches „Gesund und Fit im Büro“. In diesem Buch geht es darum, dass man auch als bürotätiger Mensch, der in der Regel sehr wenig Bewegung hat, sich doch fit halten kann, um seinen Berufsalltag besser zu bestehen aber einfach auch, um gesünder und fitter zu leben.

Auf ihrer Seite beschreibt Birgit Henke praxistaugliche Tipps für Berufstätige. Alltagstaugliche Tipps für jede Lebenslage und bietet auch ihre Produkte an zu Gesundheit, Fitness und einfach einem besseren Leben, in dem man mit sich zufrieden ist und wohlfühlt. 

Wie sind Sie zu diesem Thema gekommen? Was hat Sie angespornt, eben dieses Buch zu schreiben und auch auf Ihrer Seite so aktiv wertvolle Tipps an Ihre Leser zu geben?

 

Birgit Henke: Das ist eigentlich aus der Praxis heraus entstanden.

Ich bin gelernte Gesundheitsökonomin und Pharmareferentin und habe im Laufe der Jahrzehnte, die ich mich in diesem Bereich bewege, festgestellt, dass es gerade für berufstätige Personen sehr schwierig scheint, gesund zu leben.

Gesund zu leben, in dem sie das Gewicht halten können, aufgrund von vielen Geschäftsreisen, Kunden-empfängen ect. ist man ja doch Versuchen ausgesetzt. Man hat keine Zeit großartig Sport zu treiben. Ist gestresst, also auch keine Zeit, sich zu entspannen.

Und dann habe ich mich weitergebildet zur Trainerin für Stressbewältigung und Entspannungsmethoden. Und habe dann eben wirklich all mein Wissen zusammen getragen und daraus ist sowohl die Website entstanden, wie man im Berufsleben dennoch sein Gewicht reduzieren und vor allen Dingen danach auch dauerhaft halten kann. Das Buch ist als kleiner Ratgeber für die Schublade im Büro gedacht, wie man Gesundheit im Büro leben kann – ohne das Leben komplett umstellen zu müssen. Und ohne zusätzliche Zeit zu investieren, wo man wirklich einfach darauf zugreifen kann und sagen kann, so jetzt 3 Sekunden Entspannung oder statt dem Schokoriegel in der Schublade, die Tüte Mandeln. Wirklich ganz einfache Tipps, um die Gewohnheiten wieder Schritt für Schritt in gesunde Gewohnheiten verändern zu können.

 

Das Buch ist als kleiner Ratgeber für die Schublade im Büro gedacht, wie man Gesundheit im Büro leben kann – ohne das Leben komplett umstellen zu müssen und ohne zusätzliche Zeit zu investieren.

 

Christian Ermlich:

Man muss sozusagen diese Sperre durchbrechen, dass man vor lauter Zeitdruck oder Hetze, die man sich auferlegt, völlig vergisst, mal kurz einzuhalten, um dann vielleicht sich auch ein Stopp zu setzen und sagen, also jetzt esse ich die Schokolade nicht, sondern trinke jetzt mal ein Glas Wasser oder sage Stopp, ich nehme nicht den Aufzug, sondern gehe die Treppe hoch. Oder plane vielleicht auch mein Morgen, das Aufstehen, Frühstücken und so, dass ich vielleicht doch mit dem Fahrrad, also wenn das, solange das möglich ist halt, mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre oder zum Bahnhof und eben nicht mit dem Auto. Also dass man eben dieses lernen kann, sich diese kurze Auszeit zu nehmen, vor jeder neuen Handlung, um dann so für sich etwas Gutes zu tun.

 

Birgit Henke:

Ja, das Bewusstsein muss wieder geschärft werden. Das Wissen ist ja bei vielen vorhanden aber es ist eben häufig Bequemlichkeit oder viele Dinge, wo uns nicht bewusst ist, woher diese Gewohnheit kommt. Oder warum ich jetzt gerade zum Schokoriegel greife, obwohl es etwas anderes auch tun würde. Und das ist eben das Ziel, einfach wieder zu lernen, auf sich und auf den Körper zu hören. 

Das Bewusstsein muss wieder geschärft werden, um zu verstehen warum und weshalb es gerade zu DIESER Gewohnheit gekommen ist. 

Christian Ermlich:

Genau, dass man eben sein Körpergefühl trainiert und was ich daran so gut finde, an dem Körpergefühl, dass man dafür keinen großen oder dass man überhaupt keinen technischen Aufwand benötigt, damit ja auch nicht mal viel Geld ausgeben muss.

Und man kann sofort damit anfangen. Man muss dafür also nicht in ein Geschäft gehen, etwas kaufen, dann eine schwer zu verstehende Anleitung durchzuarbeiten und dann vielleicht eine super komplizierte Pulsuhr mit tausend Funktionen richtig einzustellen, sondern man kann einfach gleich loslegen. Vielleicht sind wir ein bisschen davon abgekommen, die ganz einfachen Sachen wert zuschätzen.

 

Birgit Henke:

Das stimmt. Im Prinzip kann man auch sagen, der Alltag ist eigentlich mein Fitness-Studio. Das sind eben nur kleine Punkte, wo man wieder drauf geschubst werden muss.

 

Nutzen die Alltagsmöglichkeiten als Dein Fitness-Studio.

 

Christian Ermlich:

Genau. Also es würde ja manchmal reichen, z.B. jetzt einen Spaziergang zu machen oder mit dem Fahrrad zum Einkaufen zu fahren. Oft wird dann dieser berühmte Sprudelkasten als Vorwand genommen, dass man eben das Auto nehmen muss. Nur den kauft man eben nicht so oft ein, dann macht man das vielleicht einmal die Woche und leert das Auto voll mit den schweren Sachen und alle kleineren Sachen, die kauft man dann eben mal so ein. 

 

Birgit Henke:

Kann man auch wunderbar vom Büro nach Hause integrieren. Gut, wenn es die Zeit nicht zu lässt, muss man sich das anders überlegen. Also ich sage ja auch, viele haben ja Wochenmärkte am Büro …

…dass man den Wochenmarkt für die Mittagspause verwendet. Man läuft hin, bewegt sich, nimmt einen gesunden Imbiss am Wochenmarkt, kauft die frischen Sachen ein, geht wieder zurück, da hat man sich schon mal wieder bewegt. Denn das sind so kleine Sachen, die oft schon viel bewirken können. Also wenn man sich das so anschaut, auch wenn ich so in den Büros durchgehe und das beobachte…. wirklich vom PC, vom Bürostuhl zur Kantine, wieder auf den Stuhl gesessen, und das auch noch mit dem Fahrstuhl abgefahren.

Man sitzt wirklich mindestens 8 Stunden am Tag und das tut einem nicht gut und insofern kann man da schon ganz kleine Veränderungen einbauen, die einem den Alltag dann doch wieder erleichtern.

 

Christian Ermlich:

Ja, also das ist für mich immer der wichtigste Punkt oder ich sage mal die schwierigste Stelle, weil wie Sie ja schon richtig sagten, das Wissen ist ja inzwischen so weit verbreitet, also es gibt ja unendlich viele Sendungen im Fernsehen alleine über das Abnehmen. Und wenn ich dann sehe aber wie wenigen gelingt das wirklich, das was sie gerne möchten, auch wirklich nicht nur anzufangen, sondern auch durch zuziehen. Und da ist doch anscheinend eine wichtige Stelle, dass man sich entweder nicht so bewusst ist oder klar ist, dass man was ändern kann, also vielleicht auch gerade mit einfachen Mitteln. Ohne großen kostspieligen Aufwand oder die Menschen sind vielleicht noch nicht so weit und dass das vielleicht erst noch ein Wunsch ist aber dafür was zu tun und daraus ein Ziel zu machen, dass sie vielleicht so weit noch nicht sind?

 

Birgit Henke:

Ja, das kann gut möglich sein. Aber vielleicht liegt es auch an den Medien insgesamt. Viele haben vielleicht schon Abnehmversuche hinter sich, eher erfolglos oder nur von sehr, sehr kurzem Erfolg. Und wenn man dann schon drei, vier, fünf, ich weiß nicht wie viel Diäten durchgezogen hat, dann verbindet man das Wort eigentlich nur mit – ja – Hunger, schlechte Laune, Frust. Eigentlich geht es einem in der Zeit nicht wirklich gut. Und dann muss man noch nebenbei arbeiten, ganz schwierig. Das sind halt Dinge, die einem einfach daran hindern, noch einen Versuch zu starten, weil ja sowieso die Gedanken schon wieder da sind, wieder eine Diät, bringt doch eh nichts, funktioniert bei mir sowieso nicht. Dann lasse ich es lieber ganz. 

 

Christian Ermlich:

Ja genau. Also da versuche ich eben auch meine Angebote so zu machen, um zu sagen, also es macht Spaß, es tut nicht weh, man muss nicht hungern, sondern umgekehrt, es kann experimentieren und ist frei. Und man muss sich dann auch vielleicht ein bisschen frei machen, von den Vorstellungen, was denken jetzt die anderen von mir, wenn ich das und das mache? Oder wie erkläre ich das meinem Umfeld? Also wenn ich jetzt in einer Familie bin und ich möchte abnehmen, was sagen die dazu, unterstützen die mich, stellen die sich quer oder machen die mir das schwer. Oder dass man da auch die Möglichkeit nutzt, sich selbst sicherer zu werden, um halt Dinge anzufangen, die man vielleicht bis heute nicht kennt, weil man sie noch nie gemacht. Oder sich vielleicht auch möglichen schelen Blicken aussetzt, wobei das glaube ich, kommt nicht vor. 

 

Birgit Henke:

Ja man kann das vielleicht auch umgehen, indem man nicht sagt, ich mache jetzt eine Diät oder ich will jetzt abnehmen, sondern einfach wirklich sagt, ab heute lebe ich gesund. Dann umgehe ich dieses negativ behaftete Wort Diät und Abnehmen. Und vielleicht zieht das ja andere mit, dass die sagen, Mensch super, dass du den Schritt jetzt machst. Und ja ich sage mal, spätestens nach ein, zwei Wochen wird das auch die Umgebung merken, dass man nicht unbedingt vielleicht optisch schon, das ist natürlich auch abhängig mit welchen Voraussetzungen ich da anfange aber man fühlt sich, zumindest wenn man es richtig angeht, man fühlt sich einfach fitter, leistungsfähiger, vitaler. Und man sprüht natürlich dann auch vor Selbstbewusstsein …

Und man strahlt das ja auch wieder ganz anders aus. Und ich denke, das ist dann so ein Anreiz, wenn dann das Lob kommt, Mensch, was machst du denn, du bist so energiegeladen.

Dass man dann auch weiter macht. Weil es wird immer eine Stagnation geben, beziehungsweise mal einen Rückfall aber auf Dauer gesehen, ist das Ziel erreichbar.

 

Verabschieden Sie sich ab jetzt von dem Wort „Diät“ und sagen Sie sich „Ab heute lebe ich schlank und gesund“.

Christian Ermlich:

Ja. Ich empfehle meinen Kunden auch, sich einfach viel aufzuschreiben. Am besten auch richtig ein Tagebuch zu führen, weil der Mensch ist halt nun mal so, dass es nie stetig z.B. nach oben geht, sondern es gibt immer wieder ein auf und ab und Täler und Höhepunkte. Und dass man dann auch immer nachlesen kann, was habe ich in der ersten Phase, wo anscheinend nichts mehr passierte, keinerlei Fortschritte gemacht wird, trotz aller Bemühen, dass man dann sieht, ah ja, es ging ja trotzdem weiter. Und in der Zeit, die seit dem vergangen ist, habe ich doch wieder so viele neue Sachen gelernt oder so viel Neues erreicht, dass ich die nächste Phase und die kommt mit Sicherheit, wo wieder mal nichts passiert und es einem nicht gut geht, dann trotzdem durchstehe.

Vielen hilft es, ein Tagebuch zu führen, um sich motivieren und auch ungesunde Gewohnheiten zu erkennen.

 

Birgit Henke:

Ja, das ist natürlich die Frage, warum denkt derjenige, dass es nicht weitergeht? Also ich habe das letztens ganz aktuell gehabt, bei einer Kundin. Am Anfang recht viel Gewicht verloren aber nicht ungesund, sondern einfach recht viel für ihre Verhältnisse. Und dann kam wirklich eine Zeit, wo nichts weiter ging, gar nicht. Und dann habe ich mal so nachgehackt, warum es nicht weitergeht? Woran erkennen Sie das denn? Ja die Waage zeigt hier seit zwei Wochen Stillstand. Gut. Die Waage zeigt Stillstand ganz klar. Weil sie hat auch Sport getrieben, d.h. sie hat ja auch Muskeln aufgebaut.

Die Muskeln wiegen ja auch. D.h. das Gewicht hat sich nicht unbedingt verändert. Aber ich sage, Sie müssten doch irgendeine Veränderung an sich gespürt haben? Hm. Da hat sie ein bisschen überlegt und sagte, ja wenn sie mich so fragen, das stimmt. Der Körper verformt sich. Der verformt halt sich zum Positiven.

Also die Körperproportion verändert sich. 

Verlassen Sie sich nicht nur auf die Waage! Wenn Sie Ihre Ernährung umstellen und Sport treiben, nehmen allmählich auch die Muskelmasse wieder zu. Und Muskeln zeigen sich auch auf der Waage. Achten Sie auf die positive Veränderung Ihrer Körperproportionen.

 

Christian Ermlich:

Genau, sie müsste sich halt mal den Hüftumfang messen.

 

Birgit Henke:

Genau. Und das war für sie wieder so ein Punkt, Mensch, es verändert sich ja doch was. Auch wenn die Waage mir was anderes anzeigt, ich muss einfach mich betrachten und muss auf mich hören, weil sie sagte ich fühle mich auch einfach wohler, also gesünder fühlte sie sich.

Also das ist einfach nur so drauf zu stoßen, guck doch mal wie es dir wirklich geht und es müssen Veränderungen eingetreten sein. Und das hat sie animiert einfach weiter zu machen.

 

Christian Ermlich:

Ja. Weil auch in diese scheinbaren Stillstandsphasen im Körper ja doch einiges passiert. Nur das kriegen wir halt jetzt bewusst nicht mit. Und deswegen ist es ja immer wichtig, also ich habe da immer als Beispiel halt diesen Hochleistungssportler, der ein Jahr lang braucht, um eine Sekunde schneller rennen zu können. Und der kämpft dafür und macht alles und der weiß genau, das dauert so lange, um diese Steigerung hinzukriegen. Also auch auf höchstem Niveau kann man das schaffen aber man braucht einfach entsprechend mehr Geduld. Und das geht jedem so, ob man jetzt eine Sprache lernt, ob man abnehmen will oder mit einem Sport neu beginnt.

Man hat am Anfang ja immer diesen kometenhaften Aufstieg und dann flacht ja die Kurve ab und das heißt eben nicht, dass die Verbesserung schlechter wird oder nachlässt, sondern die Fortschritte werden kleiner.  Trotzdem wird man besser besser, kann immer mehr. Und was das tolle dabei ist, man sollte sich dann weniger vielleicht jetzt auf eine Waage oder sein Maßband verlassen, sondern auf sein Körpergefühl, das man entwickelt.

Immer mehr zu hören. Und ja aufmerksam mit sich umzugehen und zu schauen, wie geht es mir? Was kann ich machen? Was kann ich heute mal anstellen, vielleicht auch anders machen. Auch mal das Programm umzustellen, nicht immer das gleiche machen, damit auch keine Langeweile oder Monotonie entsteht, sondern sich mal sagen, heute mache ich es anders. Oder vielleicht einfach heute nichts machen. Sich mal auch so eine Auszeit zu nehmen, Auszeit zu gönnen.

Üben Sie sich in Geduld und setzen Sie sich niemals unter Druck.

 

Birgit Henke:

Ich glaube das kommt dann auch mit der Zeit. Wenn man dabei bleibt. Das sind ja kleine Veränderungen, die irgendwann in Fleisch und Blut übergehen. Und dann ist einem das gar nicht mehr so richtig bewusst, dass man eigentlich, ich sage mal, eine Diät hält oder abnehmen will, wie auch immer. Und dann ändert man ja auch einiges.

Und wenn man dann wieder fit ist und energiegeladen und positiv durchs Leben geht, dann ist man ja auch offen für Veränderungen.

 

Christian Ermlich:

Ja. Das ist auch meine Variante in diesem Abnehmprozess oder Abnehmprogramm, Abnehmprodukten, dass es, man macht alles andere nur, man kümmert sich nicht ums abnehmen. Man nimmt als Folge dessen ja trotzdem ab.

Und erspart sich diese ganzen Sachen wie auch eben hungern und jeden Tag auf der Waage zu stehen oder sich Vorwürfe zu machen, weil man das oder das gemacht hat oder so wie das ja oft verbunden ist, mit diesen ganzen traditionellen Abnehmprodukten, dass man halt leiden muss, um dann viel zu erreichen. Und dazu sind ja auch die allerwenigsten bereit und sehen das ja auf die Dauer gar nicht ein.

 

Birgit Henke:

Also ich sage hier auch noch mal ganz klar: Hunger macht dick und negative Gedanken machen auch dick.

 

Christian Ermlich:

Genau das trifft zu. Und dass man genau deswegen diesen ganzen Bereich ausspart. Darum kümmert man sich nicht. Man kümmert sich um all das andere. Um das, was man positiv und selbständig gestalten kann. Und daraus so viel Motivation und Selbstbewusstsein zieht, dass man sowieso abnimmt. Weil man ja oft z.B auf Gewohnheiten, die zum Übergewicht geführt haben, allmählich aus dem Alltag verschwinden, dass man da andere Sachen macht. Und dass man vielleicht auch die Schokolade nebenher beim Fernsehen vielleicht mal nicht isst …

… gut ich kann es nicht. Aber dass man vielleicht auch lernt, nicht die ganze Tafel zu essen, sondern nur einen Riegel oder ein Stück.

 

Birgit Henke:

Ja man muss das Genießen wieder erlernen und auch das Genießen sich erlauben. Ich habe in meinen Kurs z.B. auch ein Genusstraining mit eingebaut. Um genau diese Fallen auszuschalten.

 

Christian Ermlich:

In der letzten Zeit höre ich so viele Berichte über low carp Diäten, also es werden ja auch meist prominente Menschen, Politiker, Schauspieler da erwähnt, was halten Sie davon? Also diese einseitigen Diäten, wo irgendein wichtiger, also finde ich wichtiger Lebensmittelstoff nahezu verteufelt wird und kategorisch vermieden werden soll?

 

Birgit Henke:

Davon halte ich gar nichts. Ich lehne das kategorisch ab.

Es ist definitiv so, dass es dann zu Mangelerscheinungen kommt. Man hat das Gefühl, der Körper der bekommt irgendwelche wichtigen Nährstoffe, die bekommt er ja nicht. Und ich denke nicht, dass wir so gestrickt sind, dass wir so diszipliniert und eisern da dran bleiben, sondern es wird der Tag X kommen, wo man sich diese Produkte, also sagt man z.B. ich esse jetzt gar keine Nudeln mehr, der Tag X wird kommen, wo ich mir den Bauch mit Nudeln vollschlage.

Und dann habe ich wochenlang mich gequält und in kürzester Zeit habe ich die Kilos wieder drauf, die ich vorher, ja, eigentlich reduziert habe. Also ich denke, man muss da wirklich ganz einfach differenzieren. Das wird alles immer über einen Kamm geschert. Es heißt immer keine Kohlehydrate zu sich zu nehmen.

Aber Kohlehydrate sind ja nicht gleich Kohlehydrate. Man muss wirklich differenzieren und sagen, gut, Kohlehydrate, die für den Körper schädlich sind, also Weißmehl, Weißbrot, weiße Nudeln, weißer Reis, weil das einfach erstens industriell schon so verarbeitet ist, dass die Nährstoffe sowieso alle zerstört sind und zweitens die Stärke im Körper zu Zucker umgewandelt wird. Also da gehe ich mit, dass man das soweit es geht reduzieren sollte. Aber ich gehe eben nicht mit, dass man auf Vollkornprodukte verzichten sollte, gerade Roggenvollkornbrot oder Vollkornnudeln kann man ja auch essen, weil das sind auch wieder Ballaststoffe.

Und Ballaststoffe brauche ich, wenn ich abnehmen will. Wenn ich dem Körper keine Ballaststoffe zufüge, dann kann ich auch nicht abnehmen. Und deswegen denke ich, alles, was mit Verzicht zu tun hat, was verteufelt wird, das nicht, das nicht, das nicht … Das hat keinen Bestand.

 

Christian Ermlich:

Ja. Genau. Zum einen wird halt finde ich dann immer wieder auch, ja fast das Ganze ideologisiert und führt zu dem vielleicht auch kritischen Nachfragen oder kritischen Diskussionen. Und das Essen soll ja trotzdem weiterhin Spaß machen und ein Genuss bleiben. Und es ist ja auch wichtig für’s Leben. Wir sind ja schon ein bisschen soweit, dass man mit dem Essen, was ja überlebenswichtig ist, so streng ins Gericht ziehen, als wäre das was Schlimmes. Also dass man da eben auch gut mit umgeht und eben lernt vernünftig damit umzugehen auch.

 

Birgit Henke:

Ja man muss auch den Aspekt sehen, die Medien, die übertragen ja wirklich nur einen kleinen Ausschnitt von dem, was die Prominenz da gerade ausprobiert.

Ich meine, wenn irgendeine Prominenz drei Kilo abnehmen muss, weil sie auf irgend ein wichtiges Event gehen wollen, dann ist das vielleicht ganz gut, wenn man da vielleicht mal ein, zwei Wochen die Kohlehydrate weglässt. Weil dann hat man wirklich schnell das Gewicht reduziert. Aber danach werden die ja wieder zu einem normalen Lebensstil zurückgehen. Also ich glaube nicht, dass die alle, also das gesamte Leben auf diese Produkte verzichten. Und dann kommt noch hinzu, dass die ja auch fast alle Köche haben. D.h. die Köche, die haben ja nichts anderes zu tun, als von früh bis abends gesund für ihre Arbeitgeber zu kochen.

Man muss da wirklich kritisch damit umgehen, was die Medien jetzt vermitteln wollen. Weil da geht es ja auch nur um Profit.

Und es geht ja nur, die Zeitschriften müssen wieder verkauft werden.

Die Produkte müssen an den Mann gebracht werden. Und das geht natürlich wunderbar, wenn man die Prominenz als Aushängeschild hat.

Die Werbung und Medien machen uns dick und krank.

 

Christian Ermlich:

Wie sprechen Sie nun Ihre Kunden an? Wie erreichen Sie jetzt Ihr Publikum? Was tun Sie da?

 

 

Birgit Henke:

Also ich sage mal so, das Publikum findet mich, weil ich ganz eindeutig sage, meine Produkte oder mein Kurs ist zwar offiziell auf das Abnehmen ausgelegt aber nur bis zu dem Punkt, wie ich abnehmen will. Also im Endeffekt kann man auch sagen, dass ich diesen Kurs für mich auch nutzen würde, wenn ich jetzt einfach nur mein Leben auf gesund umstellen möchte. Und gar nicht abnehmen will.

Und für mich ist es wichtig, dass es eben praxis- und alltagstauglich ist. Also auch Familien so leben können, weil es macht keinen Sinn, wenn ich jetzt abnehmen will und koche irgendwelche Gerichte, die mein Kind nicht essen mag oder auch nicht essen kann, weil Nährstoffe fehlen. Das funktioniert nicht. Es muss in den Berufsalltag passen, es muss in die Familie passen und ich lege Wert darauf, dass es ganzheitlich ist. D.h. wenn es in den Beruf passt, heißt das eben für mich, dass auch das Thema Stressbewältigung im Vordergrund steht, das ist ein ganz wichtiger Faktor. Entspannung ganz klar. Und alles, was drum herum gebaut werden kann. Also wie ich achtsamer durchs Leben gehe und wie ich meine Gewohnheiten vom Kopf her analysieren kann und umstellen kann.

Ich verstehe Diät als eine ganzheitlich gesunde Lebensweise! Das heisst, ich mache mein Leben lang Diät, und ich fühle mich seit dem vital, energiegeladen und positiv.

 

Christian Ermlich:

Also Sie schlagen dann auch so viele kleine praktische Übungen vor, die ohne große Probephase oder Übungsphasen ins Leben integriert werden können?

 

 

Birgit Henke:

Ja. Nur so geht es. Also es sind wirklich ganz, ganz winzig kleine Veränderungen, die Tag für Tag eingesetzt werden können. Keine Hauruckaktionen, sondern wirklich punktuell.

 

 

Christian Ermlich:

Das ist ja auch wichtig, der Erfolg soll ja nicht irgendwann in einer fernen Zukunft passieren, sondern am besten ist es ja, man hat den Erfolg kontinuierlich.

 

 

Birgit Henke:

Genau. Nicht nur das Gewicht reduziert sich, sondern das Allgemeinbefinden steigt. Das ist eben, was im Vordergrund steht. Ich fühle mich komplett, also wie runderneuert, lebensfroher. Es werden eben alle die Punkte angesprochen, die einfach notwendig sind, um fit, vital, lebensfroh durch’s Leben zu marschieren.

 

Christian Ermlich:

Und als Folge dessen nimmt man dann sowieso ab. Da bleibt einem dann keine andere Wahl.

 

Birgit Henke:

Oder man hält eben das Gewicht, genau.

 

 

Christian Ermlich:

Ja und man kann ja auch dann mit sich zufrieden sein.

Es gibt ja da keine Norm, die sagt, wenn ich so und so groß bin, muss ich so und so viel wiegen. Das stimmt ja nicht.

 

Birgit Henke:

Nein, das stimmt. Man muss bloß aufpassen, dass der Bauchumfang passt.

Also das ist das Kritischste. Und das wird von vielen unterschätzt. Also es gibt viele Personen, die laut BMI völlig im Normalbereich liegen aber wenn man den Bauch- und Taillienumfang misst, dann sagt man, ja da musst du was tun, weil das sind die kritischen Punkte, wo es dann wirklich an die Gesundheit geht.

Anhand des  Taillenumfang stellt man fest, wie hoch bereits das Risiko für metabolische und kardiovaskuläre Komplikationen ist. Denn ab einem Bauchumfang von 88 cm und mehr bei Frauen  und ab 102 cm und mehr bei Männern besteht ein deutlich erhöhtes Risiko.

Christian Ermlich:

Ja, das war schön Frau Henke, es hat mir sehr gut gefallen, mich mit Ihnen zu unterhalten. Und ich finde es toll, dass auch Sie, ähnlich wie ich, über das Thema Abnehmen denken. Und danke Ihnen für das Gespräch und wünsche Ihnen eine gute Zeit und viel Erfolg.

 

Birgit Henke:

Vielen Dank, Herr Ermlich, wünsche ich Ihnen auch.